Preis pro Ehrenamt 2007 für vorbildliches Engagement

Die Bürgergesellschaft fordert nicht nur die Bürger

Am 5. Dezember 2007 haben der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Commerzbank in Kooperation mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) in Berlin den Preis „Pro Ehrenamt“ verliehen. Er ist Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Medien gewidmet, die sich für das Ehrenamt im Sport engagieren.

Politik: Theo Zellner

Mit dem Chamer Landrat Theo Zellner kürte die Jury in der Kategorie Politik einen Mann, der für ein ganzes Bündel an Maßnahmen zur Förderung des Ehrenamts steht. Zellner engagiert sich nicht zuletzt für die Jugend, zum Beispiel durch Fortbildungsangebote des Landkreises, die den Nachwuchs auf verantwortungsvolle Aufgaben vorbereiten oder die kostenfreie Nutzung der kreiseigenen Sportstätten für Jugendgruppen. Vorbildlich ist auch der „Treffpunkt Ehrenamt“ als Anlauf- und Koordinierungsstelle. Hier laufen alle Fäden zusammen, wenn es um Informationen rund um das Ehrenamt, die Platzierung des Themas in der Öffentlichkeit und die Lobby-Arbeit in Richtung Politik geht. Auch Projektarbeit zählt zu den Aufgaben dieser Einrichtung, zum Beispiel Ferienaufenthalte von Kindern aus Münchner Problemstadtteilen im Landkreis.

Laudatio Theo Zellner

Wirtschaft: Dieter Hebel

„Die dicken Kinder von heute sind die Diabetiker von morgen.“ Diese provokante Formel des Preisträgers in der Kategorie Wirtschaft, Dieter Hebel, legt nahe, dass er den Sport als Partner ansieht. Was ihn als engagierten Förderer des Ehrenamts ausweist, ist die Art, wie er Aktivitäten in Szene setzt. Die Vielzahl der Projekte, mit denen die Gmünder Ersatzkasse ehrenamtliche Arbeit unterstützt und in den öffentlichen Blickpunkt rückt, sind der Initiative ihres Vorstandsvorsitzenden zu verdanken, zum Beispiel die Kooperation mit Sportvereinen im Rahmen der Fortbildungskampagne „Mach2 – Besser essen. Mehr bewegen“. Oder die Stiftung eines mit 10.000 Euro dotierten Trainerpreises, der inzwischen zum elften Mal verliehen wurde und die Arbeit von ehrenamtlichen Trainern würdigt.

Laudatio Dieter Hebel

Medien: Hans-Peter Seubert

Wer im Einzugsbereich des Darmstädter Echos anspruchsvolle Hintergrundberichterstattung aus dem Sport lesen will, stößt auf den Namen von Hans-Peter Seubert, den stellvertretenden Leiter der Sportredaktion. Seubert reizt vor allem die Geschichte hinter der Geschichte, sperrige Themen wie die integrative Wirkung des Sports oder „das Phänomen Ehrenamt“, die er verständlich und schwungvoll aufbereitet. Dass er sie auf diese Weise einem breiten Leserkreis zugänglich macht, ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur öffentlichen Aufmerksamkeit für die Leistungen der Sportvereine und ihrer Ehrenamtlichen.

Laudatio Hans-Peter Seubert

Sonderpreis: Peer Steinbrück

„Wenn es das ehrenamtliche Engagement in Deutschland nicht gäbe, dann wäre diese Gesellschaft nicht nur ärmer; ich behaupte, sie würde nicht funktionieren“, sagte Peer Steinbrück kürzlich vor dem Bundestag. Die Zahlen beglaubigen seinen Standpunkt: Allein die Freiwilligen im Sport leisten jährlich gut 550 Millionen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die ein soziales Kapital von fast 8,5 Milliarden Euro verkörpern. Vor allem ist bürgerschaftliche Mitwirkung aber ein unverzichtbares Gut für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Nicht zuletzt der Staat ist aufgerufen, es durch gute Rahmenbedingungen zu pflegen, damit der ehrenamtlich organisierte Breitensport seine positive gesellschaftliche Gestaltungskraft entfalten kann. Dieser Verantwortung hat er sich durch die 2007 in Kraft getretene Reform des Gemeinnützigkeitsrechts gestellt, die Ehrenamtliche steuerlich entlastet. Dieses Vorhaben hat Peer Steinbrück in seinem Haus stets konstruktiv nach vorn gebracht – dafür verdient der den Sonderpreis der Jury.

Laudatio Peer Steinbrück

 

 


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